Draußenspiel - WAS IST DAS?

Draußenspiel ist freies Kinderspiel im Freien: Verstecken spielen, mit Straßenmalkreide malen, Hütten in den Büschen bauen, bolzen, den Bach aufstauen und vieles mehr. Die Kinder bestimmen ihre Ziele, Spielmaterialien und Spielkameraden selbst im Rahmen der Möglichkeiten, die sie vor Ort vorfinden.

Draußenspiel, gibt es das Wort überhaupt? Wir verwenden es, weil es für die Art von Spiel, die wir meinen, bisher keinen festgelegten Ausdruck gibt.

  1. Draußenspiel ist unbeeinflusst.
    Kinder beim Draußenspiel sind von ihren Eltern und anderen Betreuungspersonen weitgehend unbeobachtet und unbeeinflusst.
  2. Draußenspiel ist selbstbestimmt.
    Die Kinder setzen sich selbst Ziele. Sie wählen Zeit, Ort, Spielmaterialen und SpielpartnerInnen selbst aus, unter den Bedingungen, die sie vor Ort vorfinden.
  3. Draußenspiel ist kreativ.
    Kinder nutzen kreativ die Materialien, die sie vorfinden, Naturmaterialien oder industriell hergestellte Dinge. Teilweise werden sie so verwendet, wie sie von den Erwachsenen vorgesehen wurden. Oft werden sie aber kreativ in völlig neuen Zusammenhängen eingesetzt.
  4. Beim Draußenspiel wird der ganze Körper, einschließlich aller Sinne eingesetzt.
    Phasen ausgiebiger Bewegung und Toben gehören dazu; sie wechseln sich ab mit Phasen ruhigen Spiels.
  5. Draußenspiel findet im Freien, häufig in der Wohnumgebung statt.
    Im Freien finden Kinder die Möglichkeit, die Schauplätze im Verlauf des Spiels zu wechseln, kreativ zu nutzen und ihren Bewegungsdrang auszuleben.
  6. Kinder beim Draußenspiel beobachten und beeinflussen ihre natürliche und soziale Umgebung.
    Kinder hinterlassen Spuren ihrer Kreativität. Sie machen Lärm. Beim freien Kinderspiel im Freien können Kinder ihre natürliche und soziale Umgebung beobachten, aber auch selbständige Kontakte zu anderen Kindern und zu Erwachsenen, z. B. zu NachbarInnen, aufbauen.
  7. Selbständiges Draußenspiel spricht Kinder zwischen etwa vier und vierzehn Jahre an.
    Sie erweitern ihren Aktionsradius mit zunehmendem Alter. Vierjährige spielen anders und in einem räumlich engeren Rahmen als Vierzehnjährige.
  8. Beim Draußenspiel gibt es Streifräume und Spielräume.
    In Streifräumen können sich die Kinder selbständig fortbewegen, die Umgebung beobachten und Spielräume erreichen.
  9. Eltern geben Grenzen vor.
    Kinder dürfen sich in einem bestimmten räumlichen Rahmen bewegen. Eltern geben vor, was Kinder tun dürfen und was nicht. Sie vertrauen den Kindern und wissen, dass Grenzen sich mit dem Älterwerden verschieben und gelegentliche Grenzüberschreitungen zum Reifungsprozess gehören.
  10. Kinder spielen draußen gern in altersgemischten Gruppen.
    Jüngere lernen von Älteren Spiele, ihre Regeln und die Interessen von Älteren kennen. Ältere steigern ihr Selbstbewusstsein durch ihre Rolle als Erfahrenere.

 

Quelle:

Christiane Richard-Elsner: Das freie Kinderspiel im Freien –Nostalgie oder Notwendigkeit? Unsere Jugend (3) 2009, S. 123-131 

CRE

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Der Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung hat "Draußenkinder" als Werkstatt N-Projekt 2016 ausgezeichnet.