Leitfaden für Eltern- und Bürgergruppen

Bewegungsräume für ältere Kinder im Stadtteil – ein Leitfaden

Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojekts im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden in zwei Stadtteilen (in München und Göttingen) zusammen mit engagierten Bürger/innen praktische Schritte erprobt, um für ältere Kinder mehr und bessere Bewegungsräume zu schaffen. Ein Leitfaden (s. pdf) fasst die Ergebnisse der bürgernahen Stadtteilentwicklung zusammen und gibt Empfehlungen für Eltern- und Bürgergruppen, wie sie sich in ihrem Stadtteil für bessere Bewegungsbedingungen einsetzen können.

Worum geht es in diesem Leitfaden?
Wer sich als Kind zu wenig bewegt, der ist als Erwachsener erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Ältere Kinder verbringen ihre Freizeit in zunehmendem Maße in der Wohnung bei Fernsehen und Computerspielen. Solche bewegungsarmen Spiele sind ein schlechter Ersatz für Erfahrungen, die Kinder beim realen Spielen machen können. In virtuellen Welten suchen Kinder das Abenteuer, wozu sie häufig in ihrer Lebenswelt keine Gelegenheit mehr haben.

Untersuchungen haben nachgewiesen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der mangelnden Attraktivität des spielerisch nutzbaren Außenraums und der Neigung von Kindern und Jugendlichen, sich vermehrt in Innenräumen aufzuhalten. Ein anregendes Freiraumangebot trägt dazu bei, dass sich Kinder zum Spielen ins Freie begeben.

Im Fokus stehen die Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Im Unterschied zu den mit Spielplätzen relativ gut versorgten Kleinkindern leiden sie allzu oft unter dem Mangel an geeigneten Spielräumen.

Der vorliegende Leitfaden unterstützt das Anliegen, dass Kinder in ihrem Wohnumfeld spontan bespielbare Freiräume in hinreichender Menge und Qualität vorfinden und nutzen. Er beschreibt, wie das Wohnumfeld bewegungsfreundlicher gemacht werden kann (Änderung der Verhältnisse) und wie ältere Kinder durch spannende Spiele zu mehr eigenständigem, spontanem Bewegen im öffentlichen Raum motiviert werden können (Änderung des Verhaltens).

Es wird auf Fragen, Schwierigkeiten und Handlungsansätze eingegangen, die bei dem Bemühen um bessere Bewegungsbedingungen in Kommunen zu beachten sind. Der Leitfaden ist grob in folgende Teile gegliedert:

  • Konzept: Ausgangssituation, Ziele, Maßnahmen und Kommunikation (Verhältnis- und Verhaltensprävention)
  • Methode: Ermittlung der Eignung von Freiflächen als Spielräume für ältere Kinder (Kriterien und ihre Bewertung)
  • Kommunikation mit Entscheidungsträgern: Fallbeispiele zur Verbesserung der räumlichen Bewegungsbedingungen (nur Verhältnisprävention).

Der Leitfaden ist geeignet, potenzielle Akteure für das Thema zu sensibilisieren und die Bereitschaft zum Handeln zu stärken. Dazu bietet er eine Arbeitshilfe.

Autor: Dr. Hans-Joachim Schemel, Büro für Umweltforschung und Stadtentwicklung

Hier finden Sie einen Link zum Leitfaden Bewegungsräume

Eine Übersicht über die Themen aus dem Leitfaden finden Sie in einem Zeitschriftenartikel hier .

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Tags: Beispiele und Tipps

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