Temporäre Spielstraßen

Vier Straßen im Bremer Stadtteil Schwachhausen werden zeitlich begrenzt zu Spielräumen für Kinder. Einmal in der Woche werden sie für drei Stunden am Nachmittag zwischen April und Oktober gesperrt. "Temporäre Spielstraßen" waren das Ergebnis einer Spielleitplanung. Die Spielräume werden von Kindern nicht nur aus den gesperrten Straßen genutzt. Auch die Kontakte unter Erwachsenen, Eltern und Nachbarn, intensivierten sich.

Beschreibung des Projekts

Das Projekt "temporäre Spielstraßen" basiert auf den Ergebnissen der 2010 durchgeführten Spielleitplanung Schwachhausen. Kinder mehrerer Schulklassen waren befragt worden, wo und wie sie in ihrem Stadtteil spielen möchten und welche Verbesserungen sie sich wünschen.

Die beteiligten Kinder votierten dafür, dass in Schwachhausen Spielstraßen eingerichtet werden. Sie wollten die Möglichkeit haben, in den Straßen zu spielen, ohne Gefahr zu laufen von Autos überrollt zu werden. Sie wünschten sich, auf der Straße andere Kinder zu treffen, ohne sich erst verabreden zu müssen.

Für eine Einrichtung von permanenten Spielstraßen fehlten die finanziellen Mittel, z.B. für das Absenken der Bürgersteige. Eine Alternative war die Einrichtung einer "temporären Spielstraße", wie sie in Frankfurt erfolgreich eingeführt wurde.

Die Umsetzung in Bremen war an zwei Voraussetzungen geknüpft: die betroffenen Anwohner mussten die Idee mehrheitlich unterstützen, und die teilnehmenden Straßen sollten Einbahnstraßen sein. Die Idee wurde durch einen Zeitungsaufruf und mit Hilfe von Plakaten im Stadtteil bekannt gemacht.

Ergebnisse
Drei Straßen wurden von August 2011-Oktober 2011 je einmal pro Woche zwischen 15 und 18 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. In dieser Zeit konnten die Kinder dort mit der Bewegungsbaustelle  der  Spiellandschaft Stadt Bremen spielen oder den Platz nutzen zum Fahren mit Fahrrad, Inlinern, Roller oder Bobbycar. Ein Betreuer/eine Betreuerin von Spiellandschaft Stadt war während dieser Zeit vor Ort.

Die Idee ist ein großer Erfolg. Die Kinder waren bei Wind und Wetter draußen. Auch Regen konnte sie nicht schrecken.

Ende 2011 wurden die Anwohner zu ihren Erfahrungen mit dem Projekt befragt. Eine große Mehrheit sprach sich für die Fortführung des Projekts aus. 411 Kinder und 295 Erwachsene nutzten die Straßen zum Spielen und um miteinander in Kontakt zu kommen. Auch viele Kinder aus Nachbarstraßen nutzten das Angebot. Kinder und Eltern schlossen neue Freundschaften. Die große Mehrheit der Befragten gab an, dass sich das Projekt positiv auf die Nachbarschaft ausgewirkt. Viele ältere Anwohner ohne Kinder genossen es, den Kindern beim Spielen zuzusehen und in zwanglosen Kontakt mit Nachbarn zu kommen.

2012 wurde das Projekt ausgeweitet auf vier temporäre Spielstraßen. Diese sind vom April bis Oktober 2012 jeweils einen Nachmittag für drei Stunden zum Spielen freigegeben.

Kosten fallen an für Verkehrsschilder und Straßensperren sowie je nach Aufwand für eine Betreuung.

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Autorin: Tamara Duffner-Hüls

Amt für Soziale Dienste, Sozialzentrum Vahr/Schwachhausen/Horn-Lehe, Initiativberatung, 
Wilhelm-Leuschner-Str. 27, 28329 Bremen, Tel. +49 (0) 421-361-19767, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

in Kooperation mit: Spiellandschaft Stadt e.V. Bremen

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